Peter Heintel, 1940 - 2018

 

Ich kann an Professor Heintel nicht denken, ohne augenblicklich in Superlative zu verfallen.

 

Sein Blick auf den Hintergrund der Welt war der durchdringendste. Seine Radikalität im Denken die vorbildlichste. Sein Verständnis für Gegensätze und wie sie zu überwinden seien, das unübertrefflichste. Sein Schmerz, dass die Welt weder im Kleinen noch im  Großen imstande ist, diese Gegensätze zu überwinden, der intensivste.

 

Er war unser Lehrer, Mentor, Wegweiser. Geduldig, weise, unbeirrbar. Er war Philosoph, Gruppendynamiker, Organisationsberater. Er war Gründungsrektor der Universität Klagenfurt. Er hat den „Verein zur Verzögerung der Zeit“ erfunden.

 

Eine Welt ohne ihn, unsere Welt ohne ihn – die ist denkbar. Aber wird sie jemals wieder so voller Sinn sein? Wird uns diesen Sinn hinter den Dingen jemals wieder wer so abenteuerlich und großartig erklären können?

 

Als wir ihn vor 20 Jahren baten, unser Mentor zu sein und er begann, uns in gedankliche Welten zu entführen, von deren Existenz wir nichts wussten – da haben wir ihn nach einigen Monaten und nach vielen gemeinsamen Stunden eindringlich gebeten, uns endlich seine Honorarvorstellungen zu nennen. Mit seinem Spitzbuben-Lachen sagte: „Ich bin froh, wenn sich jemand dafür interessiert, was ein Philosoph denkt.“

So war Peter Heintel.

 

Wir wollten uns diese Woche, wie jeden Sommer, in Velden zum Frühstück treffen. Nun ist unser Treffen zu seinem Begräbnis am kommenden Samstag geworden.

 

Mein lieber Professor, ich bin unendlich traurig. Und ich bin Ihnen unendlich dankbar. Sie bleiben – ad multos annos,

 

Ihr Franz Hirschmugl